Tango, Steak, Christin und Melanie – das kann nur Buenos Aires sein!

Auslandssemester in Buenos Aires

Donnerstag, 03.12.2009 Natur ist echt krass - Trekking durch Patagonien

Jetzt habt ihr so lange nichts mehr von uns gehört, aber nun erfahrt ihr auch warum: vom 03.12. bis zum 17.12. sind wir zusammen mit Hanka (kennt ihr ja auch schon) 2 Wochen nach Patagonien gefahren.

Soviel können wir schon mal vorwegnehmen - die Reise war unglaublich!

Los ging es nach 2 h Schlaf und morgendlichem Kofferpacken nach Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt. Bereits vor der Reise haben wir unsere deutschen Wurzeln wiederentdeckt und einen Reiseplan ausgetüftelt, an den wir uns auch überraschenderweise gehalten haben... Somit ging es gleich nach der Ankunft mit dem vollgestopften Turi-Boot Robben und Pinguine angucken.

Leider hält das Wetter in Ushuaia nicht das, was es verspricht, da es sich (wirklich!) ca. alle 30 Minuten ändert und Wetterberichte daher unbrauchbar sind. Dies zeigte sich nicht nur während der Bootstour, als durch ein heftiges Unwetter mehrere Leute seekrank wurden, sondern auch in den darauffolgenden Tagen.

Davon ließen wir uns jedoch nicht abschrecken und somit ging es in den nächsten Tagen in den Nationalpark sowie zum Gletscher. Dabei ist uns erneut aufgefallen, welche Vorteile wir aufgrund unseres argentinischen Studentenstatus genießen dürfen - nicht nur, dass wir für die Flüge nur die Hälfte zahlten, auch der Eintritt in den Nationalpark verringerte sich von 50 auf 4 Peso. Und das sollte auf der gesamten Reise nicht das letzte Mal sein, dass uns das passierte.

 Dann ging es planmäßig am Abend des 05.12. per Flugzeug nach El Calafate. Und wie das so ist, wenn man in den Norden reist - das Wetter wird sonnig und schön... zumindest auf der anderen Hälfte der Erdkugel. Das Highlight El Calafates ist der Perito-Moreno-Gletscher, welchen wir auch gleich besichtigten. Dazu braucht man keine großen Worte, die Bilder sagen eigentlich alles aus. Nur soviel: auf dem ersten Boot waren natürlich nur Deutsche, es gab für UNS Whisky mit Gletschereis und insgesamt gab es bestimmt 2 km Wanderwege in diesem Teil des Nationalparks...

 Dann verließen wir unser geliebtes Argentinien und machten uns auf zum chilenischen Nationalpark „Torres del Paine" (sehr freie Übersetzung von uns: zu den Türmen der Schmerzen). Dort wollten wir uns dann selber auf die Probe stellen und eine zweitägige Trekkingtour machen. Die ganz Harten machen das 10tägige „Q", aber wir hatten ja leider ein volles Programm, sodass wir diese Zeit nicht hatten...

Aber auch diese 2 Tage hatten es in sich. Zwar musste keiner von uns bis an die Grenzen gehen, aber dennoch waren es wahrscheinlich für jeden die wohl anstrengendsten zwei Tage seines Lebens. Dies lag jedoch nicht nur an der körperlichen Anstrengung, sondern auch an der miserablen Nacht, die wir in einer der zahlreichen Campinganlagen des Nationalparks über uns und ergehen ließen. Am ersten Tag sind wir 18,5 km gelaufen, davon 7,5 km mit vollem Gepäck. Am zweiten Tag 17,5 km, davon wieder 7,5 km mit vollen Gepäck, die anderen 10 km war eine reine Felsenkletterung streng bergauf inklusive einmaligen Verlaufen... Zum Essen gab es Haferflocken mit Milchpulver und Bergquellwasser und getragen wurden die stinkenden Sachen vom Vortag um nicht unnutzes Gewicht mit umher zuschleppen.

Auf der Rückfahrt in heimische Gefilde wurden dann die ersten Reiseverluste festgestellt: Hankas Brille und auch deutsche Haribos zählen zu den härtesten Verlusten. Die chilenische Grenze überquerten wir ohne Probleme, nur auf der argentinische Seite war das (argentinsiche) Studentenvisa völlig unbekannt, sodass wir die beiden Zollschalter für 20 min zur Freude unserer Mitreisenden blockierten, während die Zollbeamten sich das 3-seitige Visum verständnislos ansahen....

Am nächsten Tag machten wir einen Tagesausflug ins nur rund 220 km entfernte El Chalten. Dieser „Ort" besteht mehr oder weniger aus Nichts außer Landschaft und Hotels. Leider konnte uns die eigentlich sehr schöne Umgebung nach den Eindrücken aus Torres del Paine nicht mehr richtig begeistern. Und wir machten die Erfahrung, wie klein die Welt ist: wir trafen in genau diesem Ort eine deutsche Austauschstudentin von der UADE...

 

Von El Calafate machten wir uns dann auf nach Bariloche. Das sind ca. 1900 km Straße - und welches Fortbewegungsmittel nimmt man bei solchen Strecken? Genau, den Bus. Also ging es mit einem normalen Reisebus und 3 Tüten Proviant auf eine 32-stündige Reise durch das landschaftliche Nichts. Die Ruta 40 ist zum größten Teil nicht asphaltiert, was zu einer Durchschnittgeschwindigkeit von 30 - 40 km/h führt, sodass man genug Zeit hat, das Nichts zu sehen. Es ist beeindruckend und für europäische Verhältnisse unvorstellbar,  dass man tatsächlich stundenlang weder eine landschaftliche Veränderung noch menschliche Zivilisation feststellen kann.  

In Bariloche dann wieder eine komplett neue Landschaft - diesmal von wunderschönen Seen bestimmt. Also mieteten wir uns mal wieder ein Auto an, um die nähere Umgebung von Bariloche zu erkunden und am nächsten Tag die" Ruta de los siete Lagos" abzufahren. Von Bariloche ging es dann im Bus und nur in einer 14-stündigen Busfahrt nach Bahia Blanca. Während dieser Fahrt war uns sogar ein Entertainment-Programm gesichert. Neben Filmen wurde sogar ein Bingo-Spiel organisiert, welches Melanie haushoch gewonnen hatte. Die Gewinnprämie war eine Flasche argentinischen Weißweins, ein ganz edler Tropfen also. Angekommen in Bahia Blanca entschieden wir uns für einen Strandtag und damit für den einzigen Erholungstag während der 2-wöchigen Reise und fuhren somit zum nur 100 km entfernten Strand... Am Abend ging es dann wieder nach Hause, auf das wir uns trotz wunderschöner Eindrücke doch wieder freuten...

 

Kommentare (1)