Tango, Steak, Christin und Melanie – das kann nur Buenos Aires sein!

Auslandssemester in Buenos Aires

Berichte von 08/2009

Donnerstag, 20.08.2009 Gesundheitssystem auf argentinisch (Teil I?)

Wir haben ja versprochen, euch in Zukunft besser bzw. vor allem regelmäßiger auf dem Laufenden zu halten, und wie ihr seht halten wir unsere Versprechen.

 Nachdem Meli ihre Erkältung schon über eine Woche ohne wirklich erkennbare Zeichen einer Besserung mit sich herumgetragen hat, haben wir beschlossen unsere teure private Krankenversicherung auszunutzen und mal zum Arzt zu gehen. Unsere Wahl fiel dabei natürlich auf das Hospital Aleman - also das deutsche Krankenhaus.

Hauptsächlich weil wir von verschiedenen Seiten gehört haben, dass das Personal dort teilweise deutsch, auf jeden Fall aber englisch spricht. Und außerdem haben wir bereits das öffentliche Krankenhaus zufällig mal von außen gesehen, was uns gereicht hat. Seitdem sind wir sehr froh über unsere private Versicherung.

Als wir angekommen sind, ging es erst mal zielstrebig zum Eingang der Poliklinik, da fühlt man sich gleich heimisch.

Die nette Dame am Empfang konnte zum Glück auch englisch. Nach einem kurzen Missverständnis und dem Zücken unserer MEDICUS-Karte mussten wir selbstverständlich keine Gebühr zahlen.

(im Übrigen sind wir für unsere Krankenversicherung süße 10 Jahre alt - wir sind nämlich beide 1998 geboren, worauf uns die nette Dame aufmerksam machte...)

Somit durften wir Platz nehmen und warten bis unsere Nummer dran war... (das ist mit das Erste, woran man sich in Argentinien gewöhnt / gewöhnen muss: Überall wo sich auch nur annähernd so was wie eine Schlange bilden kann sind entweder Sperrbänder wie beim Flughafen gezogen damit sich keiner vordrängeln kann; oder aber man muss eine Nummer ziehen wie beim Arbeitsamt)

 Die Untersuchung war schnell vorbei, Diagnose: keine Schweinegrippe sondern nur ein Virusinfekt. Mit dem Rezept in der Hand ging es zuerst zur klinikeigenen Apotheke. Dort wieder brav ne Nummer ziehen und warten. Das Warten wurde jedoch nicht belohnt, da MEDICUS-Patienten dort nicht bedient werden (???). Aber gut, also haben wir eine Apotheke gesucht und auch gefunden, wo draußen auch groß MEDICUS draufgedruckt war. Da wir die einzigen Kunden waren haben wir unsere anarchistische Seite gezeigt und KEINE Nummer gezogen. Das wurde dann auch geduldet. Jedoch sollten wir die Medikamente selber zahlen, weil auf dem Rezept zwar Melis Name stand, nicht jedoch ihr Krankenversicherungsnummer. Nachdem wir das dann nach längerer Zeit auch verstanden hatten, ging es also schnell zurück zum Arzt. Der trug die Nummer schnell nach und ab ging es wieder zurück in die Apotheke. Dann bekamen wir an der Theke unsere Sachen ausgehändigt und haben an einem ANDEREM Schalter schnell unsere Selbstbeteiligung bezahlt. Wer sich jetzt noch mal über die Bürokratie in Deutschland beschwert, sollte erst mal nach Argentinien kommen!

Ach, und noch etwas finden wir ziemlich mysteriös: dass hier jeder unsere Adresse, Handynummer und Passnummer haben will. Ob wir einen Fön (auch in bar!) oder Medikamente in der Apotheke kaufen, Geld umtauschen oder was auch immer wollen. Das ist dann wohl Datenschutz...

So, aber jetzt gehen wir erstmal ins Museum - nein nein, bevor jetzt Leute denken wir würden hier etwas für unsere Bildung tun. Keine Angst, dass ist ein After-Office-Club! ;-)

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Mittwoch, 19.08.2009 Die letzten Tage...

Als erstes: Wir wissen, dass dieser Blog in den letzten Tagen vernachlässigt wurde und wir fühlen uns auch schuldig. Jedoch hatten und haben wir ein Internetproblem in unserer Wohnung, was heißt, dass wir nur sporadischen und problembehafteten Zugang zur Außenwelt hatten (trotzdem großes Dankeschön an Hotel Promenade!). Tja, so was passiert, wenn die eine Hand nicht weiß, was die andere macht und ist ein schönes Beispiel, dass ein Monopol nicht die beste Marktform ist...

Und nun gibt es eine kurze Schilderung der vergangenen Tage, damit ihr alle wieder auf dem Laufenden seit:

Dienstag, 04. August - Orientierungstag

Zuerst muss mal gesagt werden - die Vorurteile bezüglich der südamerikanischen Kultur haben sich beim Orientierungstag absolut nicht bestätigt. War absolut super organisiert, da kann man nicht meckern. Nur leider waren nahezu alle Informationen und Redebeiträge komplett auf spanisch, was uns vor gewisse Probleme stellte... Ein weiterer Negativpunkt war und ist der enorme Anteil der deutschen Austauschstudenten, welche nahezu ein Viertel stellen. Aber die Deutschen sind eben überall.

Mittwoch, 05. August - Umzug!

 Der große Tag war da, an dem wir endlich unser Hostel verlassen konnten! Also ging es mit dem kompletten Gepäck ab ins neue Zuhause. Die Taxifahrer weigerten sich jedoch uns beide zusammen mit dem Gepäck mitzunehmen, sodass wir also mit 2 Autos fuhren. Zum Glück ist unsere neue Wohnung nicht weit entfernt vom Hostel und Taxifahren hier extrem billig.

Tja, und nun werden wir euch mal die Spannung nehmen und euch einen Eindruck verschaffen:

Zuerst der Blick durch unsere Eingangstür in den Flur mit angrenzendem Wohnzimmer:

Hier unser Wohnzimmer (auch mit TV, nur hier leider nicht zu sehen, funktioniert aber Dank der Monopolfirma im Moment sowieso nicht):

Vom Wohnzimmer geht es dann direkt in Melis Zimmer:

Dann gleich noch das von Christin:

Dann unser Bad:

Und nun das Highlight unserer Wohnung:

Richtig, ein Durchgang. Zur Zeit ungenutzt, wird er nur für Fangspiele benutzt. Eine weitere beliebte Nutzung ist das Sammeln der leeren Alkoholflaschen. Dies hat sich dann nach 2 Partys angesammelt:

Wer Ideen hat - bitte meldet euch und / oder schickt Tine Wittler. Das Tolle daran ist, dass man direkt zur....

Küche kommt! Die ist klein, aber fein!

Tja, soviel zum Aufbau unseres neuen Zuhauses. Hier noch ein kleines Bildchen, wenn wir aus dem Fenster gucken:

Und bevor noch weitere Missverständnisse auftauchen: Ja wir wissen, dass Google Maps den Eindruck erweckt, wir würden direkt am Wasser und damit am Strand wohnen - das ist jedoch leider nicht richtig. Wasser stimmt, Strand nicht. Buenos Aires hat leider keinen Strand, deshalb wohnen wir eher direkt am Hafen.

Obwohl, vielleicht ist das ja unser Strand...

Freitag, 07. August - Einweihungsparty

Unsere deutsche Einweihungsparty - Buletten und Kartoffelsalat mit selbstgemachter Mayonnaise, und dazu Bowle. Und scheinbar hats ja auch geschmeckt:

(zumindest war es ziemlich schnell leer, sogar so schnell, dass wir gar kein Photo mehr vom kompletten Buffet machen konnten...)

Insgesamt war es sehr lustig und ging natürlich lang. Besonders für uns, da wir bis um 8 Uhr (morgens!) ausharren mussten, weil wir mal wieder unser Apartment nicht betreten konnten. Toll, wenn die Schlüssel nicht funktionieren. War auch nur ein bisschen peinlich, als der Hausmeister uns die Tür geöffnet hat und dahinter das ganze Chaos gesehen hat...

Hier noch ein paar Eindrücke:

(weitere Bilder auf facebook)

Und dann eins vom privaten "After-Club", wo wir die Zeit zwischen 7 und 8 Uhr MORGENS verbracht haben:

Dienstag, 11. August - Einmal blamieren am Tag stärkt den Charakter...

Da wir einen Kurs doch nicht gemeinsam hatten, fahren wir zusammen in die UADE um eben diesen zu tauschen. Unsere ersten Kurse sollten beide am Mittwoch sein, deshalb wollten wir das schon am Dienstag geklärt haben. Tja, und dann sitzen wir am Tisch und Lucas fragt uns, wie unser erster Kurs denn gewesen sei und warum wir jetzt eigentlich bei ihm sind, haben wir doch gerade den zweiten... Wir schauen uns an - was will er denn, ist doch erst Dienstag? Bis uns bewusst wurde, dass die Abkürzung MAR für Martes (Dienstag) und nicht für Miercoles (Mittwoch) steht... Nun gut, nicht nur dass das irgendwie leicht peinlich vor Lucas war, nein wir sind erst mal zu spät in unseren Kurs gegangen. Vorne stand gerade ein Drachen von Professorin, welche uns wohl auch ansprach warum wir zu spät sind und was uns einfallen würde. Zum Glück können wir kein Spanisch und haben es gepflegt ignoriert...

Tja, so war nun unser ersten Unitag - mehr gibt es auch nicht zu erzählen, da wir dann weitere 3 Stunden in der Vorlesung saßen ohne auch nur ein Wort zu verstehen. Wunderbar...

Freitag, 14. August - Juhuu, unsere englische Vorlesung ?!

Nachdem wir am Tag vorher im Irish Pub versackt sind und aufgrund dessen und unseres Hustens die Nacht eher sehr kurz, sind wir trotz dessen motiviert um 5 Uhr aufgestanden. Immerhin sollten wir heute unsere englische Vorlesung in Personalmanagement haben - heißt für uns: endlich was verstehen! Nachdem wir den auf unserem Stundenplan angegebenen Raum gefunden haben und der Unterricht begann, kam bei uns kurze Verwunderung hoch - warum redete die Professorin auf Spanisch? Ein kurzes Nachfragen bei einem Kommilitonen bestätigte unsere Befürchtung: Personalmanagement auf Spanisch. Also verließen wir unter dem Gelächter der anderen den Kurs. Ab ging es zu Lucas, der glücklicherweise ausnahmsweise schon da war und uns weiterhelfen konnte. Eine halbe Stunde und etwas Chaos später saßen wir im richtigen Kurs. Unsere Freude währte jedoch nicht allzu lange - laaaangweilig....

Montag, 17. August - La Boca

Ein wunderschöner, sonniger Wintertag in BA. Dazu noch ein Feiertag (wir haben keine Ahnung was genau gefeiert wurde, aber egal...). Also beschlossen wir einen Ausflug nach La Boca zu machen. La Boca ist zwar eher als No-Go-Area einzuschätzen, jedoch gibt es ein paar Straßen, welche touristisch erschlossen sind. Also liefen wir bis an die Grenze des Stadtteils und nahmen uns von dort ein Taxi.

Puerto Madero - das Viertel der Wohlhabenden. In den Gebäuden auf dem Bild rechts sind viele sehr gute Restaurants zu finden - dort waren wir auch an unserem ersten Abend in BsAs (ihr erinnert euch an das Staekbild?) Links dann die Boote der Armen... 

Hier etwas besser zu sehen:

Tja, Europa ist wohl doch ein Stückchen hin...

Bei dieser Brücke ist wohl eindeutig ein Tangotanz zu sehen! (Für die Kunstbanausen: der senkrechte Streben ist die Frau) - ohne weitere Worte...

Tja, danch gings also auf nach La Boca. Zum Touri-Krempel-Markt mussten wir natürlich auch:

La Boca war das Viertel der Einwanderer. Diese lebten in eher einfachen Hütten und um etwas mehr Farbe und somit Lebensfreude in das Viertel zu bringen, nahmen sie sich die bunten Schiffsfarben und strichen damit ihre Häuser. Das ist bis heute das Typische an La Boca:

Das zweite Bekannte sind wohl die Boca Juniors - der berühmt(-berüchtige?) Fußballclub, übrigens auch der Heimatclub von Diego Maradona! 

Wir haben uns fest vorgenommen, auch einmal ein Spiel zu sehen - jedoch nur mit Einheimischen zusammen (ja wir befolgen die Ratschläge!)

Der Hafen in La Boca:

Nach diesem sehr gelungenden Tagesausflug wollten wir den Tag bei einem schönen Cocktail ausklingen lassen... Richtig gelesen: wir wollten! Das waren wohl die ekligsten Cocktails (und wir haben Erfahrung!), die wir jemals getrunken haben.

Naja, dafür haben wir jetzt die ultimative Geschäftsidee: Wir machen hier defintiv ne schöne Bar mit leckeren (!!!) Cocktails auf! (Wir haben nur den Verdacht, dass wir unsere besten Kunden sein werden und wir finanziell wohl nicht lange überleben würden...)

 So, bis zum nächsten Mal (wir versprechen jetzt auch regelmäßig zu bloggen!)

 

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Samstag, 01.08.2009 Tenemos un apartamento!!!

Ja, ihr habt richtig gelesen: Wir haben eine Wohnung!!! Melanie und Christin sind weg von der Brücke!

Nach langer und fast aussichtsloser Suche nach einer einigermaßen preiswerten und annehmbaren Wohnung, die nicht im gefährlichsten Viertel der Stadt liegt, sind wir nun fündig geworden:

http://maps.google.com/maps?hl=de&client=firefox-a&rls=org.mozilla:de:official&hs=EX2&q=buenos+aires,+san+martin+645&lr=&um=1&ie=UTF-8&split=0&ei=QIdzSsKPGp_FmQfj0ajBBg&sa=X&oi=geocode_result&ct=title&resnum=1

Innenphotos können wir als Beweis noch nicht beilegen, da sie momentan frisch renoviert wird. Wir werden also die ersten sein, an die diese Wohnung als Apartment vermietet wird. Hier die Eckdaten, damit ihr euch eventuell selber ein Bild machen könnt:

2 Schlafzimmer mit einem Doppel- bzw. mit einem Einzelbett, 1 Wohnzimmer mit Fernseher und Sofa, 1 Badezimmer (mit 2 Wasserhähnen am Waschbecken, aber das wird wohl noch ausgetauscht) sowie einer Küche mit Essecke. Alles in allem wohl ca. 60 m2, wofür wir, inklusive allem (auch dem Sicherheitsmann an der Eingangstür) umgerechnet 575 € zahlen.

Somit ist der größte Punkt jetzt abgehakt. Einzug ist am Mittwoch, die Einweihungsparty (wozu ihr natürlich alle eingeladen seid) folgt gleich darauf!

Zur Belohnung gehen wir morgen erstmal shoppen und trinken jetzt noch ein Schneider! ;-)

Muchos saludos!

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